Kosovo, Albanien, Montenegro

Warum gerade diese drei Länder. Es fing an mit Andreas Wormser, der früher an der Schweizerischen Botschaft in Pristina arbeitete, dann zusammen mit zwei Roma-Freunden das Hotel Graçanica eröffnete. Wer immer ihn besuchte erzählte von den kranken und leidenden Hunden, ausgesetzt auf der Strasse. Diese Berichte waren so belastend, dass ich beschloss hin- statt weg zu schauen. Es ist nach wie vor belastend, aber es sind zumindest im Kosovo positive Veränderungen erkennbar. Namentlich gibt es junge Leute, die diese Situation nicht einfach hinnehmen wollen - sie alle tragen dazu bei, den Druck auf die jeweilige Regierung aufzubauen, um sie zum Handeln zu bewegen (Kastrieren, Chippen, Registrieren, Erziehen).

In Albanien sieht es von Ort zu Ort anders aus. Während in Shkodra die Bürgermeisterin 2018 zusammen mit unserer Partnerorganisation Pro Qen Albania Massnahmen zur Behandlung der Strassenhunde unternahm, wurden in Tirana auf Anordnung des Bürgermeisters tausende Hunde getötet. Ob das neue, seit 2019 geltende Tierschutzgesetz, seinem Handeln ein Ende setzt, bleibt abzuwarten. Ganz im Süden des Landes und in Durrës unterstützen wir den Schweizer Verein JETA Tier und Mensch, der kleine aber gute Kastrationsprojekte durchführt und damit Modelle setzt, wie die Situation lokal verändert werden kann.

Aus Montenegro erreichten uns immer wieder Hilferufe. An der Küste gibt es zunehmend Touristen, die berichten können. Trotzdem haben wir uns entschlossen, einen Ort in den Bergen für unsere Modellarbeit auszuwählen, die Stadt Niksic. Das Programm wird offiziell im November 2019 beginnen. 

 

Obschon wir nicht unbeschränkt finanzielle Mittel haben, erlaubt es uns die ab November 2019 vorgesehene landesweite staatliche Kastrationsarbeit im Kosovo die dort freigesetzten Mittel für Montenegro zu verwenden. Im Kosovo bleibt die Investition für eine zweite Durchgangsklinik im Nord-Osten vorrangig. 

 

Typisch für alle drei Länder sind die kleinen Tierarztpraxen im Zentrum einer Stadt. Dort sind keine Massenkastrationen möglich. Die Räume sind winzig und bescheiden eingerichtet. Die Tierärzte sind fast ausnahmslos auf Grosstiere spezialisiert - geht es dort doch um die Ernährung. Doch die Wahrnehmung für das Elend der Haustiere, auch der Katzen, nimmt zu. Wenn wir regional in Kleintierkliniken investieren, erzeugt dieses Angebot auch Nachfrage, insbesondere wenn wir es Menschen ohne oder mit wenig Einkommen ermöglichen, ihre Tiere unentgeltlich bei uns kastrieren und behandeln zu lassen.