Jahresrückblick 2015

Wesentliche Stationen im Jahr 2015

Unsere beiden Tierärzte DVM Blendi Bejdoni and Eriola Palla haben zusammen mit gelegentlicher Unterstützung der Grosstierärzte von Peja, Henrik und Ernest Nulleshi sowie Adrian Mulla, seit dem 12. Januar 2015 insgesamt folgende Anzahl Hunde behandelt und kastriert, danach gefüttert und durch unsere Hundefänger ausgesetzt:


Peja: 1107 Hunde, 516 männlich, 591 weiblich
Gjakova: 357 Hunde (Projekt dieser Stadt)
Decani: ca. 24 Hunde, die im Vorbeiweg von Peja mitgenommen werden.

3 Hunde wurden durch KFOR Soldaten adoptiert und in die Heimat mit genommen;
6 Hunde wurden durch Kosovaren adoptiert - und 2 Hunde durch Amerikaner, die in Gjakova leben;

1 Hund wurde durch StrayCoCo Gründerin adoptiert.

15 invalide oder kranke Hunde im Gnadenhof haben eine Patin oder einen Paten gefunden. 

StrayCoCo konnte dank einer höheren Einzelspende im Gnadenhof Nagavc einen wintersicheren Stall bauen, der von unseren stationären Hunden mit Begeisterung in Beschlag genommen wurde.

 

Die Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister von Peja, Gazmend Muhaxheri, konnte im Laufe des Jahres 2015 wesentlich verbessert werden. Er steht zwischen "Stühlen und Bänken". Wir verlangen Tierschutz. Die Bürger wollen keine Strassenhunde. Mit einer Tötungsaktion wäre das Resultat sofort sichtbar, aber nicht nachhaltig. Nach einem Jahr sieht es fast schon wieder so aus, wie zuvor. Trotzdem, die Bürger würden bei Tötungen den Eindruck gewinnen, ihr Bürgermeister tue was für sie. Unsere Kastrationen hingegen werden von vielen älteren Menschen mit Misstrauen betrachtet - auf der anderen Seite von vielen jungen Kosovarinnen und Kosovaren sehr begrüsst. Sie danken dem Bürgermeister für seine Kooperation mit uns. 

 

3. Januar 2016


Besuch im Kosovo

Anfangs Dezember 2015 besuchte ich den Kosovo, ein Land, das ich dank verwandtschaftlichen Beziehungen gut kenne. Es brauchte aber einige Überwindung, sich dem Elend der Tiere zu stellen. Egal wo ich hinkam, am Strassenrand stehen Rudel oder liegen tote Hunde. Auf den unzähligen Mülldeponien suchen Hunde, die wie Skelette wirken, nach Futter, und in PRIZREN wurde ich Zeugin, wie ein Welpe von Kindern als Fussball benutzt wurde - ich habe ihn sofort weggeholt und in unsere Pro Vet Klinik in Nagavc gebracht. Es ist die einzige Tierklinik mit angegliedertem Gnadenhof im ganzen Kosovo. 

 

Im Gnadenhof fühlen sich unsere Spender/-innen aus dem Kosovo wohl, wie uns mehrfach versichert wurde. Das liegt daran, dass unsere Hunde gut behandelt werden, auch gut genährt aussehen, trotz Behinderungen sind sie sichtlich zufrieden. Auf dem Hof sind aber viele Verbesserungen notwendig, namentlich Flickarbeiten am Hag, damit auch kleine Hunde nicht raus schlüpfen können, es gibt keine geeignete Welpenstation, die hygienisch sauber gehalten werden kann, und es fehlt an einzelnen Hundehütten für die Dauergäste, nachdem der benachbarte Bauer im vergangenen Jahr das Feld daneben mitsamt unseren Hütten abgebrannt hat. 

 

Die Dankbarkeit des Bürgermeisters von Peja, Gazmend Muhaxheri, ist gross. Er hat eine feine und leise Art mit Menschen umzugehen und zeigt Verständnis für unser tierschützerisches Anliegen. Die Zusammenarbeit ist nach harten Anfängen mittlerweile als gut zu bezeichnen. Der Empfang im Dezember war sehr herzlich! 

 

NOTA BENE: Misshandlungen von Welpen und Hunden können wir nur verhindern, indem wir konsequent alle Strassenhunde und soweit möglich privaten Hunde kastrieren. Das können wir aber nur mit Ihrer Hilfe tun, denn es kostet viel Geld, allein die Strassenhunde im Westen des Landes zu behandeln und zu kastrieren. 

 

Dr. Helen Wormser, Präsidentin von StrayCoCo